Vollmacht für das Sozialamt

Vollmacht für das SozialamtIn manchen Fällen muss man auch eine schriftliche Vollmacht ausstellen, wenn man sich um Anträge oder Klärungen beim Sozialamt nicht selbst kümmern kann. Eine Vollmacht für das Sozialamt, kann man selten an einen Sachbearbeiter schicken, deshalb wird so eine Vollmacht immer auch an den Bevollmächtigten herausgegeben, der sich damit auf den Weg macht und Gespräche mit dem Sozialamt führt oder Leistungen beantragt. Doch, wie sieht eine solche Vollmacht aus? Wer wird mit dieser ausgestattet und was ist zu beachten? Diesen Fragen gehen wir in diesem Beitrag auf den Grund.

Was ist die Vollmacht für das Sozialamt?

Dies ist bei der Erstellung zu beachten

Bei der Vollmacht für das Sozialamt handelt es sich genau genommen um eine Spezialvollmacht, die nur gegenüber dem Sozialamt Gültigkeit hat. Beim Sozialamt handelt es sich um eine Behörde, die in der Regel beim zuständigen Landratsamt angesiedelt ist. Hier können Bürger Leistungen nach dem SGB II beantragen. Im Volksmund handelt es sich dabei um das so genannte Hartz IV. Leistungen können in der Regel nur vom Leistungsempfänger beantragt und empfangen werden. Ist dieser verhindert, so muss eine andere Person diese Angelegenheit für ihn regeln. Bedenkt man, dass die Zahlungen für den Lebensunterhalt des Empfängers notwendig sind, ist es meist nicht aufschiebbar bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Empfänger selbst beim Sozialamt vorsprechen kann. Die Ausstellung einer Vollmacht ist also unumgänglich. Wie genau das geht und worauf Sie sonst noch achten sollten, erfahren Sie jetzt.

Wie kann eine solche Vollmacht für das Sozialamt aussehen?

Welche Vorschriften sind zu beachten?

Das Gesetz fordert für die Erstellung von Vollmachten keine speziellen Dinge. So ist die Vollmacht auch mündlich erteilt gültig. Aber sie ist so oft nicht verwendbar. Denn der Gegenüber muss eine mündlich erteilte Vollmacht einfach so glauben. Behörden und Ämter tun das nicht ohne weiteres. Viel mehr fordern Sie einen schriftlichen Nachweis. In der Konsequenz bedeutet das für Sie, dass Sie die Vollmacht immer schriftlich erteilen sollten. Denn gerade bei der Vollmacht für das Sozialamt geht es um Ihr Geld. Käme irgendeiner und behauptet er habe eine Vollmacht von Ihnen, wäre Ihr Geld weg, wenn das Sozialamt nicht auf eine schriftliche Vollmacht bestehen würde.

Der Inhalt der Vollmacht für das Sozialamt

Auch zum Inhalt gibt das Gesetz keine Vorgaben. Es hat sich jedoch folgender Aufbau bewährt. Übrigens; auch wir haben diesen Aufbau für unser kostenloses Musterschreiben gewählt.

Aufbau und Inhalt der Vollmacht für das Sozialamt

Wer ist der Vollmachtgeber? Damit dies zweifelsfrei festgestellt werden kann, ist die Nennung des Namens, der Adresse sowie des Geburtsdatums und des Geburtsortes, obligatorisch.

Wer wird damit bevollmächtigt? Der Bevollmächtigte sollte ebenfalls mit Namen, Anschrift, Geburtsdatum und Geburtsort genannt werden.

Was wird „bevollmächtigt“? Was soll der Bevollmächtigte für Sie tun. Benennen Sie die Aufgabe so konkret wie möglich. Allgemeinsätze wie „meine Angelegenheiten beim Sozialamt erledigen“ sind nicht hilfreich. Denn damit hätte der Bevollmächtigte eine Generalvollmacht für das Sozialamt. Besser ist es sie beschreiben konkrete Handlungen wie “ Herr Besterfreund soll am Montag den 21.5 einmalig meinen Barscheck abholen und einlösen“. Auch ist es wenig zuträglich, allgemeine Aussagen zu treffen und dann Ausnahmen hinzu zu fügen. Sie vergessen einfach schnell mal was. Außerdem sollten Sie die Vollmacht unbedingt zeitlich begrenzen. Dann verliert diese ihre Wirksamkeit ohne, dass sie zurückegeben werden muss.

Die Unterschrift: Die Unterschrift darf natürlich nicht fehlen. Auch Ihr Bevollmächtigter sollte gegenzeichnen, dann liegt gleichfalls eine Unterschriftprobe von diesem bei.

Schriftliche Vollmacht für das Sozialamt

Musterschreiben

Vollmacht
Hiermit bevollmächtige ich

Name, Vorname
Geb. Datum/Ort
Anschrift

 

Herr/Frau Vorname, Name
Geb. Datum/Ort
Anschrift

 

In meinem Namen notwendige Einkünfte einzuholen und Anträge des Sozialamtes auszufüllen und zu unterzeichnen. Zudem ist Herr/Frau … befugt Zahlungen entgegenzunehmen und mich in sämtlichen Fragen rund um die notwendigen Antragstellungen vor dem Sozialamt zu vertreten.

Gültig ist diese Vollmacht für den Zeitraum meines Krankenhausaufenthaltes vom (Datum) bis (Datum).

 

Ort, Datum

 ___________________            ______________________

(Unterschrift Vollmachtgeber)     (Unterschrift Vollmachtnehmer)

Musterschreiben: Musterschreiben Vollmacht für das Sozialamt als Word Datei(rtf) zum Downloaden

Wer sollte mit der Vollmacht für das Sozialamt betraut werden?

Nicht nur auf den Inhalt der Vollmacht kommt es an. Auch darauf, wer bevollmächtigt wird. Wie eingangs schon erwähnt, können Sie bei der Vollmacht für das Sozialamt auch jemanden dazu bevollmächtigen Ihre Sozialleistungen in Empfang zu nehmen. Das kann schon ein kleines Vermögen sein. Ihr Bevollmächtigter sollte es daher nicht nur gegenüber anderen gut verwahren, er oder sie sollte es auch an Sie weitergeben.

Ihrem Bevollmächtigten könnte es aber auch passieren, dass er für Sie Anträge ausfüllen soll. Dazu ist so ein Grundverständnis der Sprache aber vor allem des „Behördendeutsch“ wichtig.

Hat Ihr Sohn beispielsweise selbst ein schwieriges Verhältnis zum Sozialamt oder kämpft mit Anträgen, so ist er vielleicht aus subjektiver Sicht die richtige Person, nicht jedoch objektiv. Immerhin müssen gegeben falls Anträge richtig ausgefüllt werden oder persönlich mit dem Sachbearbeiter verhandelt werden. Dazu gehört eben ein souveränes Auftreten, Verhandlungsgeschick und fließendes „Beamtendeutsch“.

Sie wissen schon, wen Sie fragen wollen? Dann sollten Sie das auch wörtlich tun. Fragen Sie einfach danach ob die Person sich der Aufgabe bewusst ist und es auch gerne für Sie übernehmen will. Natürlich muss die Person auch zu den Öffnungszeiten des Sozialamtes Zeit haben.