Patientenvollmacht

PatientenvollmachtPatientenvollmacht und Patientenverfügung sind zwei Begriffe, die einen schonmal in größere Verwirrung stürzen können. Auch wenn sie sich sehr ähnlich anhören, sind es doch zwei völlig unterschiedliche Arten von Vollmachten, die auch völlig unterschiedliche Auswirkungen haben. Doch zunächst gehen wir der Frage auf den Grund, was eine Vollmacht ist und wie diese erstellt werden kann. Ein Musterschreiben zur Patientenvollmacht stellen wir Ihnen ebenfalls zur Verfügung.

Welchen Inhalt sollten alle Vollmachten aufweisen?

Damit die Vollmacht ohne Schwierigkeiten genutzt werden kann, sollten inhaltlich präzise Angaben aufzufinden sein. Nicht nur der Name des Bevollmächtigten ist zu erwähnen, sondern auch der Geburtstag. Auf diesem Weg ist gesichert, die Daten später mit dem Personalausweis oder dem Reisepass abgleichen zu können.

Was regelt die Patientenvollmacht?

Die Patientenvollmacht ist eine Vollmacht, die an eine bestimmte Person herausgegeben wird. Anders als bei einer Patientenverfügung ist es kein „allgemeines“ äußern der eigenen Behandlungswünsche. Mit dieser Vollmacht übergibt man einer anderen Person das Recht über die eigenen Behandlungen zu entscheiden, wenn man selbst nicht mehr dazu in der Lage ist. Die Schwierigkeit besteht darin, dass man auch unbedingt dafür sorgen muss, dass die Formulierungen so einer Vollmacht mit dem geltenden Betreuungsrecht übereinstimmen. Dafür kann man unter Umständen einen Anwalt oder auch einen Arzt zur Beratung brauchen.
Sicher kann man als „Patient“ dann keinen Einfluss auf die eigene Behandlung mehr nehmen. Hat man jedoch eine Person bevollmächtigt, bei der man sich sicher ist, dass sie im eigenen Sinne handelt, können Ärzte die Anweisungen des Bevollmächtigten nicht ganz so einfach übergehen wie die Wünsche die man in einer Patientenverfügung hinterlässt.

 

Zeitliche Begrenzung der Patientenvollmacht

Die Aufführung des aktuellen Datums ist sehr wichtig. Darüber hinaus spielt es eine Rolle, in welchem Zeitraum der Bevollmächtigte die Aufgaben erledigen darf. Im Fall der Patientenvollmacht ist diese für den Zeitraum auszustellen, in dem der Vollmachtgeber vorübergehend oder endgültig nicht mehr selbst in der Lage ist, übers seine Behandlung zu entscheiden.

 

Inhaltliche Begrenzung der Patientenvollmacht

Grenzen müssen aufgeführt werden. Das bedeutet, dass lediglich die Aufgaben zu erwähnen sind, die von dem Bevollmächtigten durchgeführt werden sollen. Bei der Patientenvollmacht zählen Sie also möglichst genau auf, welche Wünsche Sie bzgl. der Behandlungen haben. Diese Frage ist – wenn man gesund ist- meist sehr schwer zu beantworten. Hilfe könnte Ihnen hier Ihr Hausarzt geben. Dieser weiß, wie die Abläufe in einer Klinik sind und hat vermutlich schon die eine oder andere Patientenvollmacht gesehen. Auch Anwälte, soweit sie eine Spezialisierung auf die Erteilung solcher Vollmachten haben, stehen Ihnen beratend zur Seite.

 

Muss eine Patientenvollmacht beglaubigt werden?

Damit gar nicht erst Zweifel an der Gültigkeit so einer Vollmacht aufkommen, sollte man diese auch noch notariell beglaubigen lassen. Eine Verpflichtung dazu gibt es jedoch nicht. Auch ist es sinnvoll, die Vollmacht zusätzlich von allen Parteien unterschreiben zu lassen.

Wer sollte mit der Patientenvollmacht betraut werden?

Die Frage nach dem zu Bevollmächtigten, stellt sich immer wieder. Sie sollten zu dem Bevollmächtigten in jedem Fall ein Vertrauensverhältnis haben. Daneben muss sich der Bevollmächtigte auch durchsetzen können. Lässt er oder sie sich vorschnell von den „Göttern in Weiß“ einschüchtern? Dann ist diese Person vielleicht nicht geeignet.
Außerdem sollte der Bevollmächtigte über den Inhalt des Dokuments in einem persönlichen Gespräch aufgeklärt werden. Der Inhalt sollte deutlich verstanden sein, um das Dokument entsprechend verwenden zu können.

Musterschreiben einer Patientenvollmacht

Eine juristische Beratung ist bei schwierigen Fällen angezeigt. Füllen Sie das Formular vor dem Ausdruck aus.


Patientenvollmacht

Ich (Vollmachtgeber)
Name, Vorname
Anschrift
Ort

betraue folgende Person
Vollmachtnehmer (Name, Vorname, Anschrift, Geburtsdatum und Geburtsort)

durch diese Patientenvollmacht mit der Aufgabe, alle medizinischen Entscheidungen gegenüber Behörden und Ärzten zu treffen, soweit ich dazu selbst vorübergehend oder endgültig nicht in der Lage bin. Ärzte und medizinische Einrichtungen werden vollumfänglich von Ihrer Schweigepflicht gegenüber meinem Bevollmächtigten entbunden.
Mein Bevollmächtigter darf im Rahmen dieser Vollmacht Einsicht in Krankenakten nehmen.
Folgende Anweisungen sind zu befolgen:
(Konkrete Aufzählung dessen, was Sie sich wünschen)
Ist der Bevollmächtigte selbst nicht in der Lage diese Vollmacht auszuführen, so werden nachfolgend aufgeführte Personen an seiner statt mit der Patientenvollmacht betraut:
Vollmachtnehmer 2
Vollmachtnehmer 3

Der Bevollmächtigte kann Untervollmachten erlassen. / Der Bevollmächtigte darf keine Untervollmachten erlassen.
Diese Vollmacht erlischt durch Widerruf.

Ort, Datum
_______________________                        
(Unterschrift) Vollmachtgeber      

 

____________________________

Unterschrift Bevollmächtigter 1/ 2/ 3

Musterschreiben: Patientenvollmacht als Word Datei(rtf) zum Downloaden

 

Die Patientenvollmacht in Abgrenzung zur Patientenverfügung

Die Patientenverfügung ist ein Dokument mit dem man als Patient aufschreiben kann, wie und ob man in bestimmten Situationen behandelt bzw. operiert werden möchte, falls man in den jeweiligen Situationen nicht mehr in der Lage ist, dieses selbst zu entscheiden. Soweit besteht Gleichheit zur Patientenvollmacht. Das Problem einer Patientenverfügung ist aber, dass man sie entweder ständig bei sich tragen muss, oder auf andere Weise dafür sorgen muss, das die jeweils behandelnden Ärzte diese bekommen, um entsprechend der Verfügung handeln zu können. Bei geplanten Aufenthalten in einer Klinik, nehmen Sie die Patientenverfügung einfach mit. Was ist aber in Fällen, in denen der Aufenthalt ungeplant ist?! Hier hilft die Patientenverfügung oft nicht weiter.
Außerdem kann eine Patientenverfügung in einigen Fällen übergangen werden, weshalb es vor allem im Bereich der lebensverlängernden Maßnahmen und der Sterbehilfe in weiterem Sinne, immer wieder zu Streit und heftigen Diskussionen kommt.