Vollmacht Unterschrift

Vollmacht Unterschrift

Mit der Unterschrift unter eine Vollmacht, erteilt man seinem Bevollmächtigten den Auftrag, für eine bestimmte Zeit oder in bestimmten Fällen in seinem eigenen Namen zu handeln. Trotz der eigentlich vorliegenden Formfreiheit bei der Erteilung einer Vollmacht, sollte diese auf jeden Fall schriftlich erteilt werden und hierzu muss die Vollmacht natürlich auch Ihre Unterschrift tragen. Aber welche Risiken verbergen sich bei der Ausstellung einer Vollmacht?

Sie haben eine Vollmacht erstellt und unterschrieben um für den Ernstfall vorzusorgen. Eine bestimmte Person oder einige Personen sollen, wenn Sie nicht mehr geschäftsfähig sind, Entscheidungen für Sie treffen und Handlungen für Sie vornehmen. Oder aber, Sie bevollmächtigen Ihren besten Freund, Ihr Autoradio gewinnbringend zu veräußern. Ihr Bevollmächtigter ist über den Umfang informiert, sie haben ebenfalls ein Schriftstück aufgesetzt in dem Sie das Innenverhältnis konkretisieren und es wurden viele Gespräche geführt, um Ihren Bevollmächtigten auf diese wichtige Rolle vorzubereiten. Dann das: Ihr Bevollmächtigter hält sich nicht an die Absprachen oder überschreitet seine Befugnisse indem er beispielsweise nicht nur das Autoradio zum Kauf anbietet, sondern das ganze Auto. Geht das? Darf er das? Was sind die Rechtsfolgen?
Anders als der Bote ist der Bevollmächtigte juristisch legitimiert Entscheidungen zu treffen. Er gibt eigene Willenserklärungen ab, die aber für Sie als Vollmachtgeber wirken. Eine heikle Angelegenheit, denn Sie konnten im Vorfeld nicht alle Fälle vorhersehen, in denen Ihr Bevollmächtigter für Sie handelt und entscheidet. Genau darin liegt auch der Grund, warum es sich bei einem Bevollmächtigten um eine Stellvertretung handelt, mit dem größeren Risiko für Sie, gegenüber dem Boten.

 

Vertreter ohne Vertretungsmacht

Beispiel Radioverkauf/ Autoverkauf

Nimmt Ihr Bevollmächtigter Handlungen vor, die außerhalb seiner Befugnis liegen, so ist er juristisch ein Vertreter ohne Vertretungsmacht. Die Rechtsfolge richtet sich nach der Art der Handlung.
Nimmt der Vertreter ohne Vertretungsmacht ein so genanntes einseitiges Rechtsgeschäft vor, z.B. die Kündigung Ihrer Wohnung, so ist die Handlung grundsätzlich nach § 180 BGB unwirksam.
Schwieriger ist der Fall, wenn es sich um ein zweiseitiges Rechtsgeschäft, wie den Verkauf Ihres Autos, handelt. Der Bevollmächtigte ist dazu verpflichtet seinem Geschäftspartner die Vertretung anzuzeigen. Unterlässt er dies und weiß der Gegenüber nicht, dass es sich um eine Vertretung handelt, ist der geschlossene Vertrag schwebend wirksam. Er wird wirksam, wenn sie (nachträglich) die Genehmigung erteilen oder aber endgültig unwirksam, wenn Sie die Genehmigung verweigern. Verweigern Sie die Genehmigung nachträglich, so wird Ihr Bevollmächtigter möglicherweise Schadensersatzpflichtig gegenüber dem Vertragspartner (hier dem Autokäufer).
Unser Tipp: Schauen Sie genau hin, wenn Sie eine Vollmacht ausstellen. Überprüfen Sie sorgfältig, ob sich Ihr Bevollmächtigter an die Absprachen gehalten hat und regieren Sie schnell, wenn Sie feststellen, dass dem leider nicht so war.

 

Beispiel Vorsorgevollmacht

Im oben aufgeführten Beispiel ist es recht einfach die Handlung durch Ihren Vertreter wieder rückgängig zu machen. Schwierig ist es aber, wenn Sie selbst nicht mehr geschäftsfähig sind und die Handlung später nicht mehr für unwirksam erklären können. Setzen Sie also mit der Unterschrift auf der Vollmacht jemanden ein, dem Sie später quasi ausgeliefert sind?
Zunächst einmal gehört zu einer Vertreterbestimmung bei Geschäftsunfähigkeit viel Vertrauen. Haben Sie dennoch Zweifel darüber oder Angst davor, so könnten Sie beispielsweise einen Kontrollbevollmächtigten einsetzte, der die Handlungen Ihres Bevollmächtigten regelmäßig überprüft. Um ganz sicher zu gehen, sollte der Kontrollbevollmächtigte eine Außenstehende Person sein. Ein Anwalt oder Notar kennt sich nicht nur mit der rechtlichen Seite aus, er oder sie ist auch nicht persönlich betroffen und kann rationale Entscheidungen treffen. Die Bundesnotarkammer oder die Anwaltskammer helfen Ihnen den richtigen Kontrollbevollmächtigten zu finden.

Vertretung befristen

Eine weitere Möglichkeit Missbrauch einer Vollmacht zu umgehen ist, dass Sie die Vollmacht zeitlich begrenzen. Eine befristete Vollmacht kann so aussehen:

Kostenloses Musterschreiben: befristete Vollmacht

Hinweis: Das hier zur Verfügung gestellte Musterschreiben muss individuell angepasst werden und ersetzt nicht die anwaltliche Beratung.

Vollmacht zum Verkauf des Autoradios

Ich, (Name, Geburtsdatum, Geburtsort)
bevollmächtige hiermit Herrn/ Frau (Name, Geburtsdatum, Geburtsort)
mein Autoradio (Fabrikat, Bezeichnung) zu verkaufen und alle hierzu erforderlichen Erklärungen abzugeben und Handlungen vorzunehmen.
Bitte nehmen Sie mit Herrn/ Frau (Bevollmächtigten) Kontakt unter Telefon Nr.: 0123/45679 auf, um einen Termin für die Abwicklung des Vertrages zu vereinbaren. Alle Verhandlungen sollen über meinen Bevollmächtigten laufen.

Diese Vollmacht verliert am 1.1.20XX Ihre Gültigkeit auch ohne die Rückgabe dieser Vollmacht.

Sonstige Regelungen:______________________________

Datum, Ort

Unterschrift(Vollmachtgeber)

Musterschreiben: befristete Vollmacht als Word Datei(rtf) zum downloaden

 

Wenn die Vollmacht nicht befristet ist

Wird eine Vollmacht ohne Befristung erteilt, so müssen Sie die Urkunde vom Bevollmächtigten zurückfordern. Weigert sich der Bevollmächtigte, so können Sie die Vollmacht zwar schriftlich widerrufen, einem Missbrauch beugen Sie damit aber nicht immer vor. Sie kennen ja nicht den Personenkreis, dem Ihr Bevollmächtigter die Vollmacht vorlegt. Letzten Endes kommen Sie nicht um eine Nichtigkeitserklärung herum. Diese wird am zuständigen Amtsgericht beantragt mit der Folge, dass das Gericht die Vollmacht offiziell für nichtig erklärt und diesen Umstand öffentlich bekannt gibt.
Mit der Nichtigkeitserklärung durch das Gericht, sind Sie als Vollmachtgeber nicht mehr haftbar für Verträge, die Ihr Bevollmächtigter fälschlicherweise in Ihrem Namen abschließt. Beachten Sie aber, dass die Nichtigkeitserklärung vom Amtsgericht, erst einen Monat nach der Veröffentlichung in Kraft tritt. Außerdem ist dieser Weg unzulässig, wenn der Vollmachtserteiler zum Zeitpunkt des Widerrufs nicht mehr geschäftsfähig ist.